Als ein Tier-1-Automobilzulieferer in Polen in eine schwere finanzielle Instabilität geriet, bedrohten die Auswirkungen die Produktionskontinuität eines großen OEM. Materialengpässe, überfällige Zahlungen und ein nicht funktionierendes MRP-System schufen ein Hochrisikoumfeld, in dem Lieferausfälle unmittelbar bevorstanden.
KORN CONSULT GROUP wurde beauftragt, den Betrieb zu stabilisieren, das Vertrauen der Lieferanten wiederherzustellen und einen unterbrechungsfreien Materialfluss sicherzustellen.
Die Herausforderung
Die Situation vereinte mehrere kritische Risiken:
• Materialengpässe aufgrund fehlender strukturierter Planungssysteme
• Lieferunterbrechungen durch überfällige Zahlungen und mangelndes Vertrauen der Lieferanten
• Kein funktionierendes SAP/MRP-System, wodurch auf fragmentierte Daten zurückgegriffen werden musste
• Unzureichend geschulte Teams, die Schwierigkeiten hatten, in Krisensituationen effektiv zu reagieren
• Engpasslieferanten, die die Produktionsleistung begrenzten
Ohne sofortiges Eingreifen drohte ein Stillstand der OEM-Produktionslinien.
Das Ziel
• Sicherstellung der kontinuierlichen Materialverfügbarkeit für die Produktion über eine 2-jährige Vor-Ort-Begleitung
• Stabilisierung der Lieferantenbeziehungen und Minimierung von Lieferrisiken
• Aufbau praktischer Fähigkeiten innerhalb der Einkaufs- und Logistikteams
• Implementierung praktikabler Tools und Prozesse trotz Systemeinschränkungen
Der Ansatz
Korn Consult Group verfolgte eine praxisnahe, operativ eingebettete Strategie und arbeitete Seite an Seite mit dem Kundenteam.
1. Operative Materialplanungsunterstützung
• Einführung von Offline-Planungs- und Steuerungstools als Ersatz für fehlende MRP-Funktionalität
• Schaffung transparenter Übersicht über Bestände, Bedarf und Risiken
• Implementierung strukturierter Materialverfolgung und Priorisierung
2. Lieferantenstabilisierung & Verhandlungen
• Durchführung von Vor-Ort-Besuchen bei Engpasslieferanten
• Leitung und Unterstützung kritischer Lieferantenverhandlungen
• Wiederherstellung des Vertrauens durch transparente Kommunikation und strukturierte Sanierungspläne
3. Krisenmanagement & Eskalationshandling
• Management von Lieferstopps aufgrund verspäteter Zahlungen
• Etablierung klarer Eskalationswege intern und extern
• Aktives Nachverfolgen überfälliger Zahlungen zur Entblockung der Lieferketten
4. Bestandsoptimierungsstrategie
• Einführung eines 4-Wochen-Sicherheitsbestandsprogramms für Rohstoffe und Fertigwaren
• Reduzierung von Ineffizienzen durch Optimierung von Überbestellungen
• Ausbalancierung von Risiko und Kapitalbindung
5. Kompetenzaufbau
• Durchführung praxisnaher Schulungen für Einkaufs- und Logistikteams
• Fokus auf:
o Krisenreaktionsstrategien
o Lieferantenkommunikation unter Druck
o Materialplanung ohne Systemunterstützung
Die Ergebnisse
Die Intervention führte zu sofortiger Stabilisierung und nachhaltiger Kompetenzentwicklung:
✅ Keine Produktionsausfälle beim OEM trotz anfänglicher Hochrisikosituation
✅ 4 Wochen Sicherheitsbestand für Schlüsselmaterialien aufgebaut
✅ Offline-Planungstool (von KCG entwickelt) ermöglichte zuverlässige Materialsteuerung
✅ Verbesserte Liefertermintreue kritischer Lieferanten
✅ Langfristige Win-win-Vereinbarungen mit Engpasslieferanten
✅ Vollständig geschultes Einkaufsteam für zukünftige Krisen
✅ Strukturierter Eskalations- und Kommunikationsrahmen implementiert
Zentrale Erkenntnisse
• Auch ohne Systeme können strukturierte Prozesse und Disziplin die Kontrolle wiederherstellen
• Vertrauen von Lieferanten lässt sich durch Präsenz, Transparenz und Handeln zurückgewinnen
• Krisen erfordern operatives, hands-on Leadership – nicht nur Strategie
• Der Aufbau interner Kompetenzen ist entscheidend für langfristige Resilienz
Stehen Sie vor ähnlichen Herausforderungen?
Wenn Ihr Unternehmen mit Materialengpässen, instabilen Lieferanten oder Systemeinschränkungen zu kämpfen hat, ist Abwarten keine Option. Diese Situationen eskalieren schnell – und die Kosten der Untätigkeit sind Produktionsausfälle.
